Neubau Greven

Sie ließen die Erde beim symbolischen ersten Spatenstich fliegen (v.l.): Architekt Heribert Sickmann, Aloys Wilpsbäumer (TBG), Raiffeisen-Geschäftsführer Reinhard Pröbsting, Aufsichtsratsvorsitzenden Burkhard Schulze Pellengahr, Vorstandsvorsitzender Reinhard Möllers und Bauunternehmer Hubert Sickmann.

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 14.08.2018

6,5 Millionen für Raiffeisen-Neubau - Raiffeisen stellt die Weichen neu

Die Bagger haben schon angefangen. Ein langer Graben zieht sich auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Lagers in Greven entlang. Darüber werden in Kürze drei 25 Meter hohe Getreidesilos gebaut. „Von unten kann man sie dann warten“, sagt Architekt Heribert Sickmann vor dem offiziellen Spatenstich für den neuen Raiffeisen-Komplex. 6,5 Millionen Euro für Getreidelager und einen modernen Agrarmarkt investiert die Raiffeisen-Genossenschaft Bever-Ems an dieser zentralen Stelle. Aufsichtsratsvorsitzender Burkhard Schulze Pellengahr blickt sich um: „Gegenüber ist der Aldi, da kommen die Leute.“

 

Zum offiziellen Spatenstich-Termin waren Vertreter von Vorstand und Aufsichtsrat zur Baustelle gekommen, um mit Geschäftsführer Reinhard Pröbsting aus Telgte, Architekt und Bauunternehmer, die roten Spaten zu schwingen.

 

Um den Standort in Greven war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden (WN berichteten). Etliche Landwirte hätten sich auch eine neue Zentrale am Kanal in Bockholt vorstellen können. Dort gibt es derzeit eine Lagerhalle der Raiffeisen. „Vom Logistischen her ist diese Lage ideal“, sagte Geschäftsführer Reinhard Pröbsting am Rande der kleinen Feier.

 

Nahe an der Saerbecker Straße, mit Blick zu Umgehungsstraße – das ist nach Meinung der Verantwortlichen besser und auch mit großen Fahrzeugen einfacher zu erreichen als die beiden Standorte an der Nordwalder Straße.

 

Die stehen langfristig zum Verkauf, 17?000 Quadratmeter sind es insgesamt. Die Raiffeisen will beide Grundstücke verkaufen und könnte sich dort Wohnbebauung vorstellen.

 

Ursprünglich hatte die Genossenschaft geplant, an der Nordwalder Straße zu erweitern. Die Pläne mit ihren 25 Meter hohen Silos waren allerdings im Planungsausschuss in Greven auf keine Gegenliebe gestoßen.

 

In der dortigen Stadtverwaltung hat man sich bereits mit der Neugestaltung des gesamten Bereichs zwischen Bahn und Ems befasst. Dort ist insgesamt Erneuerungspotenzial. Ein förmliches Bebauungsplanverfahren ist allerdings noch nicht in die Wege geleitet.

 

Zeit ist sowieso. Denn erst einmal muss der Raiffeisen-Komplex stehen. Architekt Heribert Sickmann hat ein straffes Zeitprogramm vor der Brust: „Wir rechnen mit einem Jahr Bauzeit.“

 

Sickmann lobt übrigens die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung über den grünen Klee: „Ganz klasse.“ Man habe den Bauantrag eingereicht, es gab keine Nachfragen – nur die Genehmigung. „Das kann in anderen Gemeinden ganz anders sein“, sagt er. Neben der Raiffeisen gehört eine Hälfte des ehemaligen Edeka-Geländes der Stadt. Die Technischen Betriebe Greven wollen dort einen Wertstoffhof errichten.

Zwischenstand - 18. September 2018

Bau des Silokellers

Zwischenstand - 16. Oktober 2018

Montage der Silos

Zwischenstand - 29. Oktober 2018

Das erste von drei Silos ist montiert

Zwischenstand 21. November 2018

auch das zweite Silo steht

Besichtigung durch den Vorstand und Aufsichtsrat

am 10.01.2019

Zwischenstand 03. Mai 2019

Bau der Getreideannahme

Zwischenstand - 28. Mai 2019

Waage und Getreideannahme

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 05.07.2019

Raiffeisen nimmt neue Siloanlage in Betrieb - Bis zu fünf Lieferungen pro Stunde

Die ersten 25 Tonnen sind da. Mehr, viel mehr kann nun folgen. Denn die Silo-Anlage der Raiffeisen am Nien Esch hat am Mittwochnachmittag ihre Feuerprobe bestanden.

Premierenfahrer Reinhard Rüter steuerte den ersten Lkw passgenau in die Halle. Als die Gerste durchs Gitter rieselte atmeten alle erleichtert auf: die Technik funktioniert.

Somit konnte am Donnerstag der Regelbetrieb aufgenommen werden.

Die markanten Silos, die aus Richtung Emsdetten kommend die Grevener Skyline prägen, haben ein gewaltiges Fassungsvermögen:

In die drei großen (25 Meter hoch) passen bis zu 2700 Tonnen Getreide, in das kleine 500 Tonnen (darin kann getrocknet werden).

Die Testlieferung hat die verbaute Technik direkt auf eine echte Probe gestellt: 25 Tonnen auf einen Schlag brachten die Anlage aber nicht ins Schwitzen. Zum

Vergleich: Kommt ein Landwirt mit vollem Hänger, fasst dieser in der Regel zwischen fünf und 20 Tonnen. Theoretisch können bis zu fünf Fahrzeuge pro Stunden ihre körnige Fracht entladen.

Sobald ein Gespann in die Halle eingefahren ist, schließen sich die Türen. „Wegen der Staubentwicklung“, sagt Hermann Schürmann, Bereichsleiter der Raiffeisen.

Es gibt auch eine Absauganlage – so kräftig, dass man sich ihr mit Hut besser nicht nähert. Das Leitungssystem, durch das das Getreide in die Silos gelangt, ist unteririsch verbaut, wie Schürmann mit Blick auf eine Luke, die viele Meter tief hinab führt, erläutert.

„Das ist ein Tanzsaal da unten“, sagt er zu den Dimensionen.

Vom angelieferten Getreide werden automatisch Rückstellproben genommen, wie Martin Walbelder, stellvertretender Geschäftsführer der Raiffeisen Bever-Ems, erläutert.

Man sei als Teil der Lebensmittelkette dazu verpflichtet. „Die Entnahme wird mit einem Joystick gesteuert“, erläutert Walbelder.

Überhaupt ist hier alles Hightech. Kollege Computer hat sich unentbehrlich gemacht.

Um erfassen zu können, wieviel die Landwirte tatsächlich anliefern, ist auch eine 60-Tonnen-Waage gebaut worden. Ein Labor, in dem die Beschaffenheit des Getreides untersucht wird, folgt.

Im Moment erfolgt diese Untersuchung noch mittels mobiler Geräte, die unter anderem die Feuchtigkeit messen. 15 Prozent gelten als ideal. Im Moment ist das wegen der großen Trockenheit aber kein Problem.

Die Raiffeisen weist die anliefernden Landwirte auf zwei organisatorische Dinge hin:

die Koordination der Anlieferung wird noch über den Alt-Standort koordiniert, der deshalb weiter wichtig bleibt. Zudem muss der Neu-Standort über die Straße „Zum Wasserwerk“ (Autohaus Jarvers) angefahren werden.

6,5 Millionen Euro für Getreidelager und einen modernen Agrarmarkt investiert die Raiffeisen-Genossenschaft Bever-Ems in den neuen Standort.